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Halten Sie Ihre Vakuumpumpen diesen Sommer kühl

Mit steigenden Temperaturen können sich schnell auch Wartungskosten, Leistungsverluste und unerwartete Stillstandszeiten erhöhen. Erfahren Sie, wie Sie mit ausreichender Belüftung, Ölkontrollen, Filterwartung, Dichtheitsprüfung und durchdachter Auslegung des Technikraums dazu beitragen, dass Ihre Vakuumpumpen auch bei heißem Wetter zuverlässig arbeiten.

Sehr hohe Temperaturen sind nicht nur unangenehm – sie wirken sich auch auf Vakuumpumpen aus. In vielen Produktionsbereichen, Laboren und Technikräumen kann die Sommerhitze das Vakuumequipment an seine thermischen Grenzen bringen. Wird dies ignoriert, können verminderte Leistung, kürzere Öllebensdauer, höherer Wartungsaufwand und unerwartete Stillstandszeiten die Folgen sein.

Die meisten Vakuumpumpen sind darauf ausgelegt, bei Umgebungstemperaturen bis etwa 40 °C zuverlässig zu arbeiten. Bei Temperaturen darüber steigt die thermische Belastung deutlich an. Öl kann sich schneller zersetzen, Bauteile sind höheren Belastungen ausgesetzt und das Risiko einer Überhitzung steigt. Im schlimmsten Fall kann dies zu Geräteausfällen und Produktionsunterbrechungen führen.

Die gute Nachricht: Viele wärmebedingte Probleme lassen sich vermeiden. Der Schlüssel liegt in der Kombination einer regelmäßigen Wartung, einer gut ausgelegten Installation und ausreichender Belüftung.

Warum Temperatur eine Rolle spielt

Vakuumpumpen erzeugen im Betrieb Wärme. In geschlossenen Räumen staut sich diese Wärme schnell. In der Regel werden 80 bis 90 % der aufgenommenen Motorleistung als Wärme in den umliegenden Raum abgegeben. So kann ein Technikraum mit mehreren Vakuumpumpe selbst zu einer Wärmequelle werden.

Hohe Temperaturen wirken sich auch auf das Betriebsmittel aus. In ölgeschmierten Vakuumpumpen ist das Öl für Abdichtung, Schmierung und Wärmeübertragung zuständig. Wird es zu heiß, kann es an Viskosität verlieren. Es wird dünnflüssiger und kann interne Bauteile weniger wirksam abdichten und schmieren. Dies kann die Vakuumleistung verringern und den Verschleiß erhöhen. Zudem kann überhitztes Öl nach dem Abkühlen Ablagerungen und Verstopfungen verursachen.

Deshalb sollte die Wartung im Sommer nicht nur als Routinewartung betrachtet werden. Sie ist vielmehr eine gezielte Maßnahme zur Wahrung der Vakuumpumpenleistung unter anspruchsvolleren Umgebungsbedingungen.

1. Installationsbereich belüften

Der erste Schritt ist einfach: Sorgen Sie dafür, dass die Vakuumpumpe Wärme abgeben kann. Vakuumpumpen sollten nicht in engen, geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen installiert werden. Warme Abluft muss aus der Umgebung der Vakuumpumpe entweichen können. Ebenso muss frische Luft einströmen können.

Eine natürliche Belüftung durch Lüftungsschlitze oder Lamellen kann helfen, reicht bei heißem Wetter jedoch oft nicht aus. In geschlossenen Technikräumen ist eine künstliche Belüftung mit Lüftern meist die zuverlässigere Option.

Eine nützliche Faustregel für geschlossene Technikräume lautet:

Wärmeabgabe in kW × 200 = erforderlicher Lüftungsstrom in m³/h

Mithilfe dieser Berechnung kann abgeschätzt werden, ob die Raumbelüftung ausreichend ist.

2. Wärmefluss steuern

Bei der Belüftung geht es nicht nur darum, Ventilatoren aufzustellen. Auch auf die Richtung des Luftstroms kommt es an. Warme Abluft sollte nicht in Richtung einer anderen Vakuumpumpe, eines Schalt- und Steuerschranks oder empfindlicher Elektronik geblasen werden. Ausreichend Platz zwischen den Maschinen begünstigt die Luftzirkulation und verhindert lokale Wärmestaus.

Auch Auslassrohre können die thermische Belastung im Raum verringern. Durch die Ableitung der Abluft von Vakuumpumpen aus dem Technikraum lässt sich die Wärmeabgabe in den Raum um bis zu 35 % reduzieren. Es gilt, die richtigen Rohrleitungen zu wählen, da Abluftleitungen heiß werden können. Eine gute Isolierung schützt Betreiber und verhindert, dass Wärme in den Raum zurückstrahlt.

Bei einigen Installationen kann eine Wärmerückgewinnung sogar noch effektiver sein. Bestimmte Systeme können bis zu 80 % der von Vakuumpumpen verbrauchten Energie wiederverwenden, zum Beispiel zum Erwärmen von Wasser.

3. Häufigere Ölkontrollen durchführen

Bei ölgeschmierten Vakuumpumpen ist der Zustand des Öls im Sommer einer der häufigsten Wartungsgründe. Höhere Umgebungstemperaturen beschleunigen die Alterung des Öls. Feuchtigkeit, Partikel und Prozessrückstände können die Qualität des Öls zusätzlich verschlechtern.

Betreiber sollten regelmäßig den Stand und das Aussehen des Öls überprüfen. Erscheint es verschmutzt, riecht es ungewöhnlich oder entspricht sein Zustand nicht den Erwartungen, sollte es gemäß den Anweisungen des Herstellers gewechselt werden.

4. Filter austauschen, bevor sie zum Problem werden

Filter schützen die Vakuumpumpe. Aber wenn sie verstopfen, werden sie zu einem Problem. Im Sommer kann es vermehrt zu Staub und Partikeln in der Luft kommen. Ein verstopfter Filter verringert den Luftstrom und erschwert die Wärmeabfuhr. Die Vakuumpumpe arbeitet dann unter höherer thermischer Belastung.

In heißen Perioden sollten die Filter daher häufiger überprüft und ausgetauscht werden. Saubere Filter fördern eine stabile Leistung und verringern das Risiko einer Überhitzung.

5. Vor Feuchtigkeit und Verunreinigungen schützen

In den Sommermonaten ist auch die Luftfeuchtigkeit oft hoch. Feuchtigkeit kann in die Vakuumpumpe eindringen und in ihrem Inneren Korrosion, Ölverschmutzung oder Ablagerungen verursachen. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn Vakuumpumpen feuchte Gasströme fördern oder in Umgebungen mit schwankenden Temperaturen betrieben werden.

Wenn die Vakuumpumpe über ein Gasballastventil verfügt, sollte dieses korrekt verwendet werden. Gasballast trägt dazu bei, Dämpfe zu bewältigen und Kondensation in der Vakuumpumpe zu reduzieren. Für anspruchsvolle Anwendungen können zusätzliche Flüssigkeitsfilter oder -abscheider sinnvoll sein. Ziel ist es, zu verhindern, dass Feuchtigkeit und Partikel in die Vakuumpumpe gelangen und die Leistung beeinträchtigen.

6. Dichtheits- und Sichtprüfungen durchführen

Hitze kann Dichtungen, Anschlüsse und Verschraubungen beeinträchtigen. Durch Wärmeausdehnung können Schwachstellen zum Vorschein kommen, die unter normalen Bedingungen weniger sichtbar waren. Regelmäßige Dichtheitsprüfungen tragen dazu bei, die Vakuumintegrität sicherzustellen und eine unnötige Belastung der Vakuumpumpe zu vermeiden.

Durch Leckagen kann Luft in das System eindringen. Dadurch verringert sich die Effizienz, und die Vakuumpumpe muss härter arbeiten. Mit der Zeit kann dies die Lebensdauer der Pumpe verkürzen. Je nach Anwendung kann die Lecksuche mit verschiedenen Methoden durchgeführt werden, beispielsweise als Prüfgas-Lecksuche mit Helium oder Wasserstoff. Druckanstiegs- oder Druckabfallprüfungen können als erster Indikator vor der eigentlichen Dichtheitsprüfung dienen.

Ebenso wichtig sind Sichtprüfungen. Betreiber sollten auf Ölflecken, lose Anschlüsse, beschädigte Schläuche, ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen oder Anzeichen von Überhitzung achten. Kleine Mängel sollten frühzeitig behoben werden, bevor sie zu kostspieligen Ausfällen führen.

Eine praktische Strategie für den Sommer

Eine effektive Kühlung von Vakuumpumpen ist keine Einzelmaßnahme, sondern eine Kombination aus Wartung und Systemdesign.

Sorgen Sie für eine gute Belüftung. Überprüfen Sie Öl und Filter. Verwenden Sie den Gasballast richtig. Überprüfen Sie Dichtungen und Anschlüsse. Erwägen Sie Auslassrohre oder Wärmerückgewinnung in Technikräumen.

Sommerhitze lässt sich nicht vermeiden. Aber ihre Auswirkungen auf das Vakuumequipment lassen sich kontrollieren. Mit den richtigen Wartungsroutinen und einer gut ausgelegten Installationsumgebung können Vakuumpumpen auch bei steigenden Umgebungstemperaturen kühl, effizient und zuverlässig bleiben.