Melkroboter machen Kühe glücklich

Melkroboter machen Kühe glücklich

Die Kuh bestimmt selbst über ihren Tagesrhythmus und der Milchbauer kann ausschlafen. Möglich macht dies der Melkroboter, der mit maßgeschneiderter Vakuumtechnik ausgestattet ist.
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Das Melken einer Kuh ist ein ziemlich komplexer und langwieriger Vorgang. Das Euter wird gewaschen, durch Vormelken wird die Keimbelastung reduziert, beim eigentlichen Abmelken der Milch gilt es auf viele Feinheiten zu achten, und zum Schluss müssen die Zitzen noch desinfiziert werden. Das alles zweimal am Tag, bei jeder Kuh, natürlich auch am Wochenende. Aus Gründen des Betriebsablaufs geschieht es meistens jeweils am frühen Morgen und Abend. Bei herkömmlichen Melkanlagen werden dann alle Kühe – oder größere Gruppen von ihnen – gleichzeitig gemolken.

Die ersten Melkroboter kamen in den 1990er-Jahren auf den Markt, inzwischen ist die Technologie ausgereift und findet immer mehr Abnehmer. Die Maschinen ersparen nicht nur dem Milchviehalter das frühe Aufstehen, sie verhelfen auch der Kuh zu einem wesentlich artgerechteren Tagesablauf. Denn keineswegs sind die Euter bei allen Kühen pünktlich zum Massenmelken gleich voll.

Selbstbestimmt melken lassen

Den Roboter kann die Kuh dagegen in Anspruch nehmen, wenn sie selbst spürt, dass es an der Zeit wäre für das Melken. Die Maschine beherrscht den Umgang mit ihren Zitzen so gut, dass das Tier sich gern in das kleine Gatter mit der Melkvorrichtung stellt, um sich Erleichterung zu verschaffen. Die Kuh betritt die Melkkammer also aus eigenem Antrieb. Anhand eines Transponders wird sie automatisch erkannt und als erstes mit einer Portion Kraftfutter für ihr Kommen belohnt. Die verschiedenen Arbeitsschritte erledigt der Melkarm – eine Teleskopstange, die mit den nötigen Werkzeugen ausgerüstet ist.
Laserstrahlen oder ein Kamerasystem erfassen die Konturen des Euters. Der Melkarm setzt die Reinigungsbürsten an und führt den Vormelkbecher an die Zitze, die nun gewaschen, trockengeföhnt und vorgemolken wird. Dieser Vorgang regt auch den Milchfluss an, bevor die eigentlichen Melkbecher angesetzt werden. Im letzten Arbeitsgang werden die Zitzen schließlich desinfiziert.

Saugen mit pulsierendem Vakuum

Im Melkbecher herrscht ein Unterdruck, der die Milch aus der Zitze zieht. Er wird von der Vakuumpumpe des Roboters erzeugt und kann, je nach Einstellung und Präferenz der Kuh, auch das pulsierende Saugen des Kalbes simulieren. Für die Tiere bedeutet das einen höchst individuellen „Melkservice". Sie können zudem ihren natürlichen Bedürfnissen folgen und sich zwischen Freilaufstall und Weide frei bewegen. So haben sie weniger Stress, fühlen sich wohler – und produzieren mehr Milch.
Der Roboter bietet eine ganze Reihe weiterer Vorteile: Der Einsatz von menschlicher Arbeitskraft für das Melken sinkt drastisch; die Leistung jeder Kuh wird automatisch erfasst; mit moderner IT- und Kommunikationstechnologie stellen die Roboter die Daten online zur Verfügung und lassen sich umgekehrt per PC oder Mobilgerät steuern.

Daten für Kuhgesundheit

Aus den Daten des Roboters lässt sich zudem auf das Verhalten der Kuh und auf ihre Gesundheit schließen. Klauenkranke Kühe werden schnell aufgespürt, da sie wegen ihrer krankheitsbedingten Schmerzen seltener zum Melken kommen. Neben der Menge können Temperatur und Inhaltsstoffe der Milch sowie das Körpergewicht der Kuh bestimmt werden.

Die Melkroboter messen zudem bei jedem Melkvorgang die elektrische Leitfähigkeit der Milch. Diese hängt vom Salzgehalt ab, und an einem erhöhten Wert lässt sich eine mögliche Euterentzündung (Mastitis) frühzeitig erkennen. Da der Normalwert sich von Kuh zu Kuh unterscheidet, ist eine solche Früherkennung bei herkömmlichen Melkanlagen nicht möglich. Der Roboter kann die Werte bei jeder Kuh individuell vergleichen. Auch Blut in der Milch kann mit einem Farbsensor erkannt und dann abgeschieden werden.

Zur Erzeugung des Unterdrucks zum Absaugen der Milch verwenden Melkroboter-Hersteller seit 1991 Vakuumtechnik von Busch.

 


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