Wirtschaftliche zentrale Vakuumversorgung der gesamten Produktion

Die Wilkinson Sword GmbH fertigt im Werk in Solingen Rasierklinken und Nassrasierer. Die Vakuumversorgung für die komplette Produktion erfolgt über eine Ringleitung, die durch sämtliche Produktionsgebäude führt. Erzeugt wird das Vakuum von zwei Vakuumzentralanlagen der Firma Dr.-Ing. K. Busch GmbH, die ausschließlich mit trockenen Mink Klauen-Vakuumpumpen ausgestattet sind. Für den Verantwortlichen der Betriebstechnik bei Wilkinson Sword, ist dies die wirtschaftlichste und zuverlässigste Lösung, um die Produktion rund um die Uhr mit Vakuum zu versorgen.
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Vakuum wird in der gesamten Produktion zum Handling und Transport der verschiedenen Einzelteile der Nassrasierer und zum Verpacken der Endprodukte benötigt. Der Stahl für die Klingen wird auf Coils angeliefert, danach folgt der Härtevorgang bevor die Klingen gestanzt und geschliffen werden. Die Klingen werden anschließend Montagemaschinen zugeführt und vollautomatisch in die Formen eingelegt.

Die kunststoffummantelten Rasierklingen sind nur eines von mehreren Teilen, aus denen ein Nassrasierer zusammengebaut wird. An Montagelinien werden diese Einzelteile schlussendlich zu kompletten Nassrasierern montiert und verpackt. Die Produktion bei Wilkinson Sword läuft im Drei-Schicht-Betrieb, sieben Tage die Woche rund um die Uhr. Während aller Produktionsschritte gibt es eine Vielzahl von Pick and Place, Halte- und Transportvorrichtungen, die unterschiedlichste Teile zusammenführen oder montieren. Sie alle werden über die Ringleitung mit Vakuum versorgt

Die Erzeugung des Vakuums erfolgt über zwei Zentralanlagen. Beide liegen räumlich weit auseinander in zwei verschiedenen Produktionsgebäuden. Ursprünglich hatte jedes der beiden Gebäude eine eigene Vakuumversorgung. Nach dem Neubau eines weiteren Produktionsgebäudes zwischen den bestehenden wurde eine Vakuumringleitung für alle drei Gebäude installiert. Man hielt aber bewusst an den beiden Vakuumzentralanlagen fest, die über zwei verschiedene Stromnetze betrieben werden. So ist sichergestellt, dass bei einem Stromausfall in einem Netz die zweite Vakuumanlage noch betriebsfähig ist und die Vakuumversorgung der Produktion aufrecht gehalten werden kann. Ursprünglich waren die beiden Vakuumanlagen mit ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumpumpen ausgestattet. Diese waren wartungsintensiv, so dass man sich Gedanken über Einsparungen bei den Wartungskosten machte. Auch die Einsparung von Energiekosten war ein viel diskutiertes Thema. Als externen Berater zog man einen Vakuumspezialisten von Busch hinzu. Dieser riet zu einer Vakuumversorgung mit der trockenen Mink Klauentechnologie. Eine Musterpumpe wurde daraufhin bei Wilkinson Sword ausführlich im Praxisbetrieb getestet. Mink Klauen-Vakuumpumpen laufen völlig öl- und berührungsfrei. Das heißt, die sich bewegenden Teile innerhalb der Vakuumpumpe berühren sich nicht. Dies hat zur Konsequenz, dass kein Öl oder anderes Betriebsmittel notwendig ist, um aneinander reibende Teile zu schmieren, außerdem entsteht keinerlei Verschleiß im Verdichtungsraum der Vakuumpumpe. Die Tests mit der Musterpumpe verliefen äußerst zufriedenstellend: Es wurde damit eine Vakuumpumpe gefunden, die weitestgehend wartungsfrei und äußerst zuverlässig arbeitet. Außerdem sind mit dem Einsatz der Mink Klauentechnologie erhebliche Betriebskosteneinsparungen zu realisieren.

Nach den erfolgreichen Tests gingen dann die ersten beiden Mink Klauen-Vakuumpumpen in Betrieb. In den Folgejahren wurden nach und nach alle ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumpumpen durch Mink Klauen-Vakuumpumpen ersetzt. Heute besteht eine der beiden Vakuumzentralanlagen aus zwei, die andere aus sechs Mink Klauen-Vakuumpumpen. Die Installation wurde von der Betriebstechnik bei Wilkinson Sword selbst vorgenommen. Auch die Steuerung wurde im Hause programmiert und an die Gebäudeleittechnik angeschlossen. Der Betriebsdruck im Vakuumnetz beträgt permanent 700 Millibar, wobei zwei Mink Vakuumpumpen die Grundlast tragen. Das heißt, selbst bei einem Ausfall der großen Vakuumzentralanlage, etwa durch eine Stromunterbrechung, kann die Grundlast aufrecht gehalten werden. „Das macht uns äußerst flexibel und unabhängig", so ist man sich bei den Verantwortlichen der Betriebstechnik bei Wilkinson Sword einig und fügt hinzu, dass die Redundanz der beiden Vakuumanlagen Vorteile bei Wartungsarbeiten bringt, da diese grundsätzlich bei laufender Produktion durchgeführt werden können. Weitere Vakuumpumpen werden nur bei Bedarf zugeschaltet. Die Steuerung sorgt dafür, dass alle Vakuumpumpen gleichmäßig belastet werden. Das heißt, alle Vakuumpumpen haben in etwa die gleiche Betriebszeit. Alle diese Maßnahmen zusammen bringen eine jährliche Energieeinsparung von 103.200 kWh. Dies entspricht beim derzeitigen Strompreis (Stand: 2014) einer Energiekosteneinsparung von 13.416 Euro pro Jahr.

Die Zuverlässigkeit der Vakuumversorgung ist für Wilkinson Sword äußerst wichtig, da sehr viele Prozessschritte unmittelbar von der Vakuumversorgung abhängig sind. Neben der Splittung der Vakuumversorgung in zwei unabhängige Vakuumzentralanlagen wird höchsten Wert auf die stete Überwachung der Vakuumversorgung über das Produktionsleitsystem gelegt. Folgende Parameter können jederzeit abgerufen werden: Vakuumniveau, Betriebszeiten der einzelnen Vakuumpumpen, Trends oder Störungen. Über das Prozessleitsystem kann das Vakuum zudem geregelt oder manuell Pumpen zu- oder abgeschaltet werden.

Wesentlich weniger Aufwand ist für die Wartungsarbeiten an den Mink Klauen-Vakuumpumpen im Vergleich zu den früher eingesetzten Drehschieber-Vakuumpumpen notwendig. Durch den Wegfall des Öls sind Wartungsarbeiten wie Öl- oder Filterwechsel nicht mehr notwendig. Durch den berührungs- und verschleißfreien Betrieb der Mink Klauen-Vakuumpumpen entfällt auch der Austausch von Verschleißteilen. Die Wartungsarbeiten beschränken sich heute noch auf einen jährlichen Wechsel der Luftfiltereinsätze, der selbst vorgenommen wird. Ein Wechsel des Getriebeölwechsels wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Busch Servicetechniker durchgeführt. Dies geschieht vorsorglich, da die Betriebszeit jeder Mink Vakuumpumpe nach zwei Jahren erst ungefähr 6000 Stunden beträgt. Busch empfiehlt den Ölwechsel nach 20.000 Betriebsstunden. So zeigt sich die Wilkinson Sword GmbH vollends zufrieden mit seiner Vakuumversorgung. Die erhofften Vorteile und Einsparungen wurden alle mit der Zusammenarbeit mit den Busch Vakuumspezialisten realisiert.

Über Wilkinson Sword
Wilkinson Sword, heute ein Unternehmen der Energizer-Gruppe fertigt bereits seit 1961 in Solingen. Die Ursprünge der Firma gehen allerdings bis ins 18. Jahrhundert zurück, als Wilkinson Sword als Waffenschmiede in England begann. 1889 wurde der erste „Safety"-Rasierer entwickelt und in London produziert. Seitdem ist die Rasiertechnik von Wilkinson immer wieder durch neue Ideen revolutioniert worden. In Solingen verlassen jährlich mehrere hundert Millionen Nassrasierer das Werk und werden weltweit vertrieben.


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