Vakuum ersetzt Tau - Schnelles und sicheres Schiffsanlegesystem

Vakuum ersetzt Tau - Schnelles und sicheres Schiffsanlegesystem

Für die Schifffahrtindustrie ist die Zeit im Hafen ein beträchtlicher Kostenfaktor. Mit einem Vakuum-Anlegesystem kann sie erheblich verkürzt werden.
WoV-Ship2.jpg

Bis zu anderthalb Stunden kann es dauern, bis ein großes Containerschiff am Kai angelegt hat und sicher vertäut ist. Eine ganze Truppe von Helfern, die „mooring gang" ist dafür nötig. Ihre Arbeit ist gefährlich, denn lange, dicke Taue müssen zwischen Schiff und Land bewegt und zum Teil unter große Spannung gesetzt werden. Oft sind auch Schlepper nötig, um die Ozeanriesen an die Kaimauer zu bugsieren – insgesamt ein sehr aufwendiger und kostspieliger Prozess. So lange er andauert, kann das Be- und Entladen nicht beginnen, und auch der kostenpflichtige Lotse kann nicht von Bord.

Die Ingenieure des internationalen Engineering-Unternehmens Cavotec wollten das Anlegen einfacher, schneller, kostengünstiger und sicherer machen. Sie entwickelten deshalb die Idee, den Schiffsrumpf mit großen Saugnäpfen zu packen und an die Kaimauer zu ziehen. Nach dem englischen „mooring" (anlegen, festmachen) nannten sie die Technologie MoorMaster™ und testeten sie erstmals 1998 in Neuseeland. Seitdem werden die Cavotec-Anlagen in immer mehr Häfen auf der ganzen Welt eingesetzt.


Anziehungskraft für Ozeanriesen

Das MoorMaster™-System besteht aus in der Kaimauer befestigten Vakuumsaugern, die hydraulisch ausgefahren werden. Sie docken an der Außenhülle des Schiffes an und bauen dabei sofort ein starkes Vakuum mit einer „Anziehungskraft" von bis zu 20 Tonnen auf. Selbst große Frachtschiffe mit einer Tragfähigkeit von bis zu 450.000 Tonnen (dwt) werden damit an die Kaimaurer gezogen und dort völlig sicher gehalten. Die Zeit, die für das Festmachen von Schiffen benötigt wird, kann mit diesem Verfahren auf dreißig Sekunden reduziert werden. Damit entfällt auch umständliches Rangieren mit der Motorkraft von Schiff oder Schlepper, Kraftstoffverbrauch und Abgasemission im Hafen sinken. Das Losmachen dauert nur noch ganze zehn Sekunden.



Die flexiblen Neopren-Saugnäpfe sorgen auch bei Oberflächen, die durch Rost, Schweißnähte oder Verformung beeinträchtigt sind, für eine gute Abdichtung. Sobald sie den Schiffsrumpf berühren, bauen die Vakuumpumpen sofort ein starkes Vakuum auf. Eine Vakuumreserve gibt zusätzliche Sicherheit. Die Vakuumanlage hält das Schiff während des ganzen Hafenaufenthalts nicht nur fest, sondern auch auf optimalem Abstand zur Kaimauer. So werden sowohl der Schiffsrumpf als auch die Fender, welche die Kaimauer schützen, geschont. Die Steuerung der Vakuumeinheiten überwacht die Bewegung des Schiffes und gleicht sie mit ihrer ausgefeilten Hydraulik aus.

Eine einzige Person genügt, um den MoorMasterTM zu bedienen, per Fernbedienung kann es zum Beispiel auch der Kapitän des Schiffes selbst sein. Zudem ist jedes der installierten Schiffsanlegesysteme mit dem Internet verbunden, Cavotec kann sie rund um die Uhr überwachen und eventuell auftretende Störungen rechtzeitig erkennen.


„World of Vacuum" auch als Newsletter!
Jetzt abonnieren und immer Neues und Spannendes aus der Welt des Vakuums erfahren.

ANMELDEN

* Ich möchte den vierteljährlich erscheinenden „World of Vacuum"-Newsletter von Busch per Email erhalten. Diese Einwilligung kann jederzeit am Ende des E-Mail-Newsletters widerrufen werden.

Möchten Sie mehr erfahren?
Nehmen Sie direkt mit uns Kontakt auf (Busch Schweiz):
+41 (0)61 845 90 90 Kontaktformular