Mit zentralisierter Vakuumversorgung energieeffizient in die Zukunft

Zuzwil, Schweiz MÖFAG ist einer der führenden Fleischveredlungsbetriebe in der Ostschweiz. Das zur Orior-Gruppe gehörende Unternehmen produziert unter dem Markenlabel „Fürstenländer Spezialitäten“ verschiedene Fleisch- und Fleischwarenprodukte. Mit der Betriebserweiterung Anfang dieses Jahres 2017, haben sich die Verantwortlichen der MÖFAG für eine zentrale Vakuumversorgung von Busch entschieden, die seitdem vier Verpackungslinien zuverlässig und effizient mit Vakuum versorgt.
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Die unter „Fürstenländer Spezialitäten" hauptsächlich vermarkteten Fleischwaren gehen an Metzgereien, Gross- und Einzelhändler, sowie an Discounter und an die Gastronomie. Die hohe Qualität der Produkte widerspiegelt sich in den zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen, die die MÖFAG bereits erhalten hat.

Die angelieferten Frischwaren werden in der Zerlegerei entbeint, zugeschnitten und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Dabei wird auf eine strikte Trennung der verschiedenen Fleischarten und Prozesse geachtet, so dass eine Kreuzkontimination ausgeschlossen werden kann. Viele Produkte werden nach wie vor nach alter guter Herstellungspraxis mit auserwählten Salzen, Gewürzen und Kräutern mariniert. Edle Räucherhölzer und Kräuter geben den Produkten eine ganz spezielle Geschmacksnote.

In der Verpackerei stehen vier top moderne Verpackungslinien (Fig. 1). Reinraum Technologie auf höchster Ebene. Geschnitten und verpackt wird in äusserst hygienischen Räumen, Anlagen und unter speziell gefilterter Luft. So darf die MÖFAG stolz sein, bereits im 2003 Pionierarbeit geleistet zu haben und laufend auf dem neusten Stand der Technik zu sein. Dies ganz im Sinne von Hygiene, Qualität und Geschmackserlebnis.


Fig. 1: Eine von insgesamt vier Verpackungslinien bei MÖFAG

Mit der Erweiterung der Produktionsräume hat sich der verantwortliche technische Leiter Viktor Scheiweiler mit der Zentralisierung der Vakuumversorgung befasst und die Firma Busch AG in Magden angesprochen. Mit den Vakuumspezialisten von Busch hatte Viktor Scheiweiler bereits in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gemacht. Jetzt galt es, eine neue Vakuumzentralanlage auszulegen und deren Wirtschaftlichkeit zu kalkulieren. Aufgrund der Berechnungen ergab sich eine Amortisationszeit von drei Jahren. Dies war ausschlaggebend für die Entscheidung pro Zentralisierung der Vakuumversorgung, zumal man sich auch wesentliche Vorteile in der täglichen Betriebspraxis versprach. Seit März 2017 ist die Vakuumzentralanlage (Fig. 2) in einem extra errichteten Nebengebäude in Betrieb. Die erhofften Vorteile haben sich seitdem eingestellt beziehungsweise bestätigt.

Fig. 2: Teilansicht der Vakuumzentralanlage von Busch, die in einem separaten Raum aufgestellt ist

Energieeffizienz

Grundsätzlich arbeiten Vakuumzentralanlagen in Betrieben mit mehreren Verpackungslinien wesentlich energieeffizienter als Vakuumpumpen, die in den einzelnen Verpackungsmaschinen eingebaut sind. Diese Einzelaggregate müssen für die grösstmöglichen Verpackungsvolumen und schnellsten Verpackungszyklen ausgelegt sein und erbringen diese Leistung auch dann, wenn nur kleine Mengen portioniert und verpackt werden. In der Praxis werden aber selten alle Verpackungslinien unter Volllast in Betrieb sein, so dass die Saugleistung der einzelnen Vakuumpumpen überdimensioniert ist. Das heisst eine Vakuumzentralanlage kommt mit weniger Vakuumpumpen aus als dies bei dezentraler Vakuumversorgung der Fall wäre. Vakuumzentralanlagen von Busch sind bedarfsabhängig gesteuert, erbringen also nur die Leistung die tatsächlich gebraucht wird. Durch deren modularen Aufbau können einzelne Vakuummodule zu- oder weggeschaltet werden. Das bedeutet, durch eine Vakuumzentralanlage sind weniger Vakuumpumpen installiert und diese laufen nicht permanent während der Arbeitszeit durch.

Eine weitere Energieeinsparung, wenn auch indirekt, ergibt sich durch die Aufstellung der Vakuumzentralanlage in einem separaten Raum, getrennt von den gekühlten Produktions- und Verpackungsräumen. Vakuumpumpen geben, wie alle mechanischen Maschinen, Abwärme an die Umgebung ab. Sind diese direkt in gekühlten Räumen aufgestellt, muss die Kühlleistung dementsprechend hoch ausgelegt sein.

Durch die Zentralisierung der Vakuumversorgung entsteht die Abwärme nicht in den gekühlten Räumen, so dass die Klimatisierung weniger Energie verbraucht.
Für Viktor Scheiweiler ist das Einsparen von Energie nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Plus für MÖFAG, sondern auch aus umwelt- und ressourcenschonenden Gesichtspunkten.

Effektivitität

Der Aufbau der Vakuumzentralanlage ist so gestaltet, dass zwei voneinander unabhängige Rohrleitungen die permanente Vakuumversorgung garantieren. Ein Vakuummodul der Anlage versorgt die Tiefziehverpackungsmaschinen über eine Rohrleitung mit dem sogenannten Form- und Hilfsvakuum. Es dient zum Tiefziehen der Unterfolie zur Verpackungsschale und generiert ein „Grobvakuum" und hält dies in einem Vakuumbehälter vor. Ein zweiter Vakuumkreis ist mit dem „Feinvakuum" beaufschlagt. Auch hier ist ein Vakuumbehälter zwischengeschaltet. Zum Evakuieren der Luft aus der Verpackungskammer öffnet ein Ventil und der Druck in der Kammer wird schlagartig auf ein „Grobvakuum" von 50 Millibar gesenkt. Jetzt öffnet ein zweites Ventil zur „Feinvakuum"-Leitung, durch die der Verpackungsdruck auf 4 Millibar reduziert wird. Diese zweistufige Evakuierungsphase ermöglicht schnelle Evakuierungszeiten und somit kurze Taktzeiten. Mit den gleichen Verpackungsmaschinen wird man in der Produktion effektiver und flexibler.

Betriebssicherheit

Der modulare Aufbau der Vakuumzentralanlage ist so konzipiert, dass während des laufenden Betriebes ein Vakuummodul durch ein anderes automatisch ersetzt werden kann. Außerdem steht ein Reservemodul zur Verfügung, dass sich auch automatisch zuschalten kann. Somit ist eine weitaus höhere Betriebssicherheit gewährleistet als bei einer dezentralen Vakuumversorgung. Einen weiteren immensen Vorteil in diesem Aufbau: Wartungsarbeiten können während des laufenden Betriebs ohne jegliche Störung durchgeführt werden. Außerdem muss das Wartungspersonal die hygienisch sensiblen Produktions- und Verpackungsräume nicht betreten.

Für den technischen Leiter Viktor Scheiweiler hat sich bereits nach wenigen Betriebsmonaten bestätigt, dass die Zentralisierung der Vakuumversorgung für seinen Betrieb die richtige Entscheidung war und dass er mit Busch AG den idealen Partner für deren Realisierung gefunden hat. Busch AG, mit Sitz im aargauischen Magden, übernimmt auch die jährlich durchzuführenden Wartungsarbeiten, die jeweils nach telefonischer Absprache mit dem Kunden durchgeführt werden.

Über MÖFAG

Die MÖFAG wurde 1978 von Rita und Christian Mösli in Zuzwil gegründet. Heute gehört MÖFAG zur internationalen Orior-Gruppe. Orior unterhält in der Schweiz an neun Standorten insgesamt sechs Unternehmen im Bereich der Lebensmittelproduktion. Dazu kommt ein Hersteller von Premium-Convenience-Produkten in Belgien und ein Logistikzentrum in Frankreich. MÖFAG stellt in Zuzwil mit 60 Mitarbeitern Frischfleisch-, Grillspezialitäten, verschiedene Speck- und Schinken Delikatessen, sowie die bekannten Mostbröckli her. Hauptsächlich wird Schweine- und Rindfleisch verarbeitet. Aus Straussen-, Geflügel-, aber auch Wildfleisch werden sehr magere Produkte, nicht weniger schmackhafte Köstlichkeiten hergestellt.


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