Vakuumförderung von Mandeln bei der Marzipanproduktion

Maulburg - Seit 1902 produziert das Berliner Traditionsunternehmen Georg Lemke GmbH & Co. KG Marzipan. Aus kleinsten Anfängen hat sich das Familienunternehmen zu einem hochmodernen Betrieb entwickelt, der mit neuesten Technologien Marzipan als Hauptprodukt für die Süßwarenindustrie herstellt. Die eigene Technikabteilung hat dabei viele Produktionseinrichtungen selbst entwickelt und realisiert. Seit 2006 hat Lemke die Förderung der einzelnen Produkte fast gänzlich auf pneumatische Saugförderung umgestellt und verlässt sich bei der Vakuumerzeugung voll und ganz auf die Mink® Klauentechnologie von Busch.
Mandeln in allen Verarbeitungsstufen werden bei Lemke durch pneumatische Saugförderunganlagen transportiert
Mandeln in allen Verarbeitungsstufen werden bei Lemke durch pneumatische Saugförderunganlagen transportiert

Mit 130 Mitarbeitern produziert Lemke jährlich über 10.000 Tonnen Marzipan, Persipan, Nougat sowie Haselnuss- und Mandelpräparate. Abnehmer sind Firmen der Süßwarenindustrie, die diese Produkte weiter verarbeiten. Der Exportanteil beträgt 30 Prozent, wobei der größte Anteil nach Skandinavien, Polen und die Ukraine exportiert wird. Der Transport der Mandeln, zu den einzelnen Verarbeitungsmaschinen erfolgte in der Vergangenheit über pneumatische Druckförderung und über Transportbänder. Die Druckförderung hatte den Nachteil, dass Zellenradschleusen an den Silos angebracht werden mussten, die verhinderten, dass die Leitungen, bzw. die Silos  nicht verstopften. Durch die Zellenradschleusen entstand viel Mandelbruch. Außerdem war bei der Druckförderung die Fördergeschwindigkeit zu hoch, so dass es in Leitungsbögen weiteren Mandelbruch gab. Aus wirtschaftlicher Sicht betrachtet, war der Energiebedarf zur Erzeugung der notwendigen Druckluft zu hoch. Bei den mechanischen Transportbändern war die Wartung aufwändig, außerdem stellten sie kein geschlossenes System dar. Das heißt, die Produkte kamen mit der Umgebungsluft in Berührung, was aus hygienischer Sicht nicht optimal war. Die Techniker der Projektierungsabteilung bei Lemke machten sich deshalb Gedanken, wie man die Produkte effizienter und in einem geschlossenen System transportieren kann. 2006 wurde die erste pneumatische Förderanlage projektiert und in Betrieb genommen. Zur Erzeugung des notwendigen Vakuums wurde eine Mink® Klauen-Vakuumpumpe von Busch installiert. Die ersten Erfahrungen waren äußerst positiv. Durch die Vakuumförderung der Mandeln ist der Transport wesentlich Material schonender. Trotzdem kann mit einer Vakuumpumpe mehr als doppelt so viel Material gefördert werden als zuvor bei der Druckförderung. Zellenradschleusen an Silos und anderen Behältern sind nicht mehr notwendig. Es wurde also ein Fördersystem installiert, das die Mandeln in einem geschlossenen System hygienisch transportiert und den Mandelbruch reduziert. Die Betriebskosten konnten dabei drastisch gesenkt werden, weil keine Druckluft mehr für die Druckförderung erzeugt werden muss und der Energiebedarf für die Zellenradschleusen entfällt. Außerdem haben Mink® Vakuumpumpen durch ihre berührungsfreie Verdichtung einen sehr hohen Wirkungsgrad, was sich durch die, im Vergleich zu anderen Vakuumpumpen, geringe Stromaufnahme bemerkbar macht.

Nach diesen ersten Erfahrungen wurden annähernd alle Förderanlagen bei Lemke auf Vakuumförderung umgestellt. Inzwischen sind zwölf Mink® Vakuumpumpen an verschiedenen Förderanlagen im Einsatz. Bei Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr sind die einzelnen Förderanlagen im Schnitt 80 Prozent der Zeit in Betrieb. Beim Abschalten einer Förderanlage verbleibt durch die Pfropfenförderung Material in den Leitungen. Beim erneuten Anfahren der Anlage hat dies den Vorteil, dass sofort wieder Material bereitgestellt wird.
Für Sven Hell, Geschäftsführer bei Lemke, ist es wichtig, dass nur baugleiche Vakuumpumpen in seinem Betrieb zum Einsatz kommen und diese bei einem Ausfall schnell ausgetauscht werden können. Außerdem zählt für Sven Hell der schnelle Service von Busch, der in Berlin eine eigene Servicewerkstätte unterhält. Für Marco Feuer, Projektleiter bei Lemke und verantwortlich für die Förderanlagen, ist vor allem die Zuverlässigkeit der Mink® Vakuumpumpen wichtig. Seit der Inbetriebnahme der ersten Pumpen im Jahr 2006 gab es noch nie einen Defekt oder gar Ausfall einer Mink®. Außerdem sind diese Vakuumpumpen nahezu wartungsfrei. Erst 2010, nach vier Jahren Betriebszeit im Drei-Schicht-Betrieb, wurde erstmals eine Wartung an den Vakuumpumpen durchgeführt. Zum Schutz der Vakuumpumpen gegen angesaugte Feststoffe ist jeweils direkt vor jeder Mink® Vakuumpumpe ein Filter installiert. Dieser wird einmal jährlich ausgetauscht.

Der geringe Wartungsaufwand und der wirtschaftliche Betrieb einer Mink® Vakuumpumpe hängt mit deren Konstruktionsprinzip zusammen. Mink® Klauen-Vakuumpumpen verdichten die angesaugte Luft durch zwei gegensinnig rotierende Rotoren mit einem Klauenprofil. Die Klauenprofile sind so geformt, dass sie mit einer Umdrehung Luft ansaugen, verdichten und wieder ausstoßen. Dabei berühren sich die Klauen weder gegenseitig noch den Zylinder in dem sie sich drehen. Dadurch gibt es keine Reibung und somit keinen Verschleiß im Innern der Pumpe. Außerdem kann auf ein Betriebsmittel wie Öl zur Schmierung oder Kühlung verzichtet werden. Die Synchronisierung des Klauenpaares erfolgt über ein vom Verdichtungsraum abgetrenntes ölgeschmiertes Getriebe. Dieses Getriebeöl muss alle 20.000 Betriebsstunden gewechselt werden, was bei den Betriebsbedingungen bei Lemke einem Ölwechselintervall von vier bis fünf Jahren entspricht.
 


Kategorien
Möchten Sie mehr erfahren?
Nehmen Sie direkt mit uns Kontakt auf (Busch Österreich):
+43 (0)2262 75665-0 Kontaktformular