Zentralisierte Vakuumversorgung für betriebssichere und effiziente Verpackung

Maulburg, Germany Westfleisch, einer der größten Fleischverarbeiter in Deutschland und Europa, hat seine Vakuumversorgung mit zentralisierten Systemen von Busch optimiert. Westfleisch hat neun Standorte und einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro.
Vakuumzentralanlage von Busch im Westfleisch Fleischcenter in Erkenschwick

Im Westfleisch Fleischcenter Erkenschwick werden auf rund 135.000 Quadratmetern Produktionsfläche wöchentlich zwischen 30.000 und 40.000 Schweine geschlachtet und bis zu 800 bis 900 Tonnen Fleischwaren, vornehmlich Rohwurst, Brühwurst und Schinken verarbeitet. Der erweiterte Betrieb ist mit einer Vakuumzentralanlage von Busch ausgestattet, die die Versorgung der 30 Verpackungslinien mit Vakuum in mehreren Gebäuden sicherstellt. Für Westfleisch stellt dies die sicherste und wirtschaftlichste Vakuumversorgung dar.

Gegründet 1928 als Viehverwertungsgenossenschaft ist Westfleisch heute einer der führenden Fleischvermarkter in Deutschland und Europa. Mehr als 40 Prozent der produzierten Menge werden in mehr als 40 Länder exportiert. Über 4.000 bäuerliche Kooperationspartner erzeugen im Rahmen von Verträgen Schweine, Rinder und Kälber. Westfleisch kann deshalb in besonderem Maße Herkunft, Sicherheit und Qualität über die gesamte Prozesskette hinweg garantieren. Der Vertrieb an den Endverbraucher erfolgt über den Lebensmittelhandel. Die Hauptverwaltung der rund 1.900 Mitarbeiter starken Unternehmensgruppe ist in Münster in Westfalen, an neun Produktionsstandorten erfolgen Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung und Veredelung. Im Fleischcenter Erkenschwick wurde bereits 1990 eine erste zentrale Vakuumversorgung von Busch installiert. Heute produziert Westfleisch in Erkenschwick mit über 1.000 Mitarbeitern im Zwei-Schicht-Betrieb fünf Tage in der Woche, wobei saisonal bedingt teilweise auch samstags gearbeitet wird. Die jeweils dritte Schicht dient zur Reinigung der Produktionsanlagen.

Durch die ständige Erweiterung der Produktionskapazität und dem damit verbundenen Ausbau des Standortes, durch Umstrukturierungsmaßnahmen und durch die strikte räumliche Trennung („Zoning") von der Roh- und Brühwurstproduktion kam später eine zweite Zentralanlage hinzu. 2013 hat Westfleisch entschieden, dass man diese beiden Vakuumversorgungen, die räumlich mehrere hundert Meter auseinander lagen, durch eine einzige neue Anlage ersetzen will. Die Anlage sollte möglichst an einem zentralen Ort installiert werden, von dem die kürzesten Entfernungen zu allen Verpackungslinien in sämtlichen Gebäuden zu realisieren waren. Aufgrund der guten Erfahrungen, die man bislang mit dem Unternehmen Busch im Bereich Vakuumtechnik bzw. zentraler Vakuumversorgung auch an anderen Westfleisch-Standorten, gemacht hatte, fiel die Wahl auf eine Vakuumzentrale von Busch, die alle Anforderungen erfüllte.

Busch hat daraufhin die Anlage so konzipiert, dass möglichst hohe Taktzahlen an allen 30 Verpackungslinien mit Tiefziehautomaten gefahren werden können. Dabei werden die Verpackungskammern in zwei Stufen so evakuiert, dass das kritische Druckgefälle ausgenutzt und somit die schnellstmögliche Taktzeit erreicht wird. Das heißt, ein Teil der Vakuumzentralanlage besteht aus Grobvakuumpumpständen, die die Verpackungen auf 50 Millibar vorevakuieren, bevor über Umsteuerventile zugeschaltete Feinvakuumpumpstände den Unterdruck in der Verpackungskammer auf zwei bis drei Millibar reduzieren. Dies ist nicht nur die schnellste Art, um den Enddruck in der Verpackung zu erreichen, sondern auch die effizienteste. Die hohe Wirtschaftlichkeit wird deshalb erlangt, weil für das Erreichen des Grobvakuums R 5 Drehschieber-Vakuumpumpen mit verhältnismäßig kleinen Saugvermögen eingesetzt werden können. In den Feinvakuumpumpständen arbeiten frequenzgeregelte Panda Wälzkolben-Vakuumpumpen als Verstärker-Pumpen (Booster), die erst nach Erreichen des Grobvakuums zugeschaltet werden. Ein Tiefziehvakuumpumpstand versorgt mit seinen einzelnen Vakuummodulen die Formstationen in den Tiefziehautomaten mit einem Vakuum von 160 Millibar. Dieses Vakuum dient dazu, die Unterfolie der Verpackung in die Form zu saugen und somit die Verpackungsschale (Tray) zu formen. Die Vakuumzentralanlage wurde von Busch so konzipiert, dass sie jederzeit ausbaubar ist, um bei einer weiteren Steigerung der Produktionskapazität „mitwachsen" zu können. Eine solche Erweiterung war bereits zu Beginn 2015 notwendig.

Seit 2015 besteht die erweiterte Vakuumzentralanlage aus insgesamt 18 Drehschieber- und Wälzkolben-Vakuumpumpen. Dies entspricht von der Anzahl her exakt der Anzahl Vakuumpumpen, die vor 2013 in den beiden Vakuumzentralanlagen zusammen installiert waren. Allerdings waren damals nur 13 Verpackungsmaschinen angeschlossen, wohingegen heute 30 Verpackungsmaschinen mit Vakuum versorgt werden. Dies bedeutet, dass die Zusammenlegung der ehemals zwei Vakuumzentralanlagen zu einer neuen zentralen Vakuumversorgung eine Energieersparnis von 56 Prozent erbrachte. Die Steuerung der Vakuumzentralanlage ist so programmiert, dass die einzelnen Vakuummodule bedarfsabhängig zu- oder abgeschaltet werden. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Verpackungslinien und der Vakuumzentralanlage betragen bis zu 400 Metern. Insgesamt beträgt das PVC-Rohrleitungsnetz bei Westfleisch in Erkenschwick 1.300 Meter für die Fein-, Grob- und Tiefziehvakuumversorgung.

Die Verantwortlichen von Westfleisch zeigen sich nach siebenmonatigem Betrieb [Stand 1. August 2015] mit der erweiterten Vakuumversorgung äußerst zufrieden und sind sicher, die richtige Entscheidung gefällt zu haben.

Bei der Entscheidung für Busch war für Westfleisch - neben der Energieeinsparung - wichtig, dass alles aus einer Hand angeboten wurde. Die komplette Konzeption, die Auslegung, der Bau, die Installation und die Inbetriebnahme der Vakuumanlage inklusive der Rohrleitungen, lagen in den Händen der Vakuumspezialisten von Busch. Auch einen „All-Inclusive"-Servicevertrag hat Busch angeboten. Das bedeutet, dass Busch die volle Gewährleistung für die Anlage übernimmt, sämtliche Wartungsarbeiten durchführt oder bei eventuellen Störungen sofort Abhilfe schafft. Wartungsarbeiten können während des normalen Betriebes von Busch-Technikern durchgeführt werden. Dazu werden einzelne Vakuummodule vom Vakuumnetz getrennt und nach der Wartung wieder zugeschaltet. Hierfür muss der Servicetechniker keine Produktionsräume betreten - ein großer Hygienevorteil bei der Produktion von Lebensmitteln. Ein weiterer Vorteil der Zentralisierung ist, dass keine Wärme durch Vakuumpumpen direkt in die gekühlten Produktions, bzw. Verpackungsräume abstrahlt. Dadurch sind signifikante Energieeinsparungen bei der Klimatisierung der Räume möglich.


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