Schiffe sicher und schnell mit Vakuumtechnik festmachen

Automatische Schiffsanlegesysteme die das Festmachen von Schiffen in Hafenanlagen mit Unterstützung durch Vakuumtechnik ermöglichen sind eine Entwicklung der Firma Cavotec Specimas SpA. Weltweit werden MoorMaster™-Anlagen eingesetzt, um Schiffe schnell und sicher festzumachen - ganz ohne Taue und Leinen. Die eingesetzte Vakuumtechnik spielt dabei eine wesentliche Rolle. Cavotec verlässt sich dabei grundsätzlich auf die Klauen-Vakuumtechnologie von Busch und setzt in seinen Anlagen deshalb Mink Vakuumpumpen ein, die mit dieser Technologie arbeiten.
Fig. 1: MoorMasterTM System beim Halten eines Schiffes am Kai
Fig. 1: MoorMasterTM System beim Halten eines Schiffes am Kai

1998 wurde in Neuseeland die Technik entwickelt und die erste Anlage installiert, mit der Fährschiffe in den Häfen von Wellington und Picton mit Vakuumsaugern an den Kaimauern festgehalten werden. Diese revolutionäre Idee bewährte sich in der Praxis und inzwischen sind weltweit in vielen Hafenanlagen MoorMaster™-Anlagen in Betrieb. Nach wie vor ist das Engineering der MoorMaster™-Systeme, die Entwicklung und der 24-Stunden-Support in Neuseeland ansässig. Die Fertigung der kompletten Systeme erfolgt im italienischen Nova Milanese (MI). 

Die Vorteile dieser Festmach-Methode sind vielseitig. Zum einen wird die Zeit für das Fest- und Losmachen von Schiffen drastisch reduziert. Festmachzeiten mit Trossen für große Frachter können, je nach Verhältnissen, zwischen 20 und 90 Minuten liegen. Mit einem MoorMaster™-System ist dies innerhalb von Sekunden möglich. Das Losmachen geschieht in 10 Sekunden. Durch diese Zeitersparnis kann schneller mit dem Löschen der Fracht oder mit dem Entladen von Fähren begonnen werden. Außerdem sind keine Festmacher-Crews mehr notwendig. Der ganze Festmach-Vorgang kann von einer Person entweder direkt von der Brücke des Schiffes aus oder durch einen einzelnen Hafenmitarbeiter vom Land aus ferngesteuert durchgeführt werden. Ein Arbeiten innerhalb der Risikozone direkt an der Kaimauer ist nicht mehr notwendig. Mit dieser vakuumunterstützten automatischen Festmach-Methode können große Frachtschiffe bis 450.000 dwt (Tragfähigkeit/Tonnen) oder Containerschiffe mit bis zu 18.000 Containern sicher gehalten werden ohne konventionelle Festmachtaue zu verwenden.

 
Fig. 2: MoorMasterTM Versorgungsstation mit Sauger und integrierter Mink Klauen-Vakuumpumpe

Außerdem reduzieren sich durch diese Festmach-Methode die Zeiten für Schlepper. Das Schiff wird parallel zur Kaimauer bewegt und gestoppt. Die Vakuumsauger werden hydraulisch ausgefahren, saugen sich an der Bordwand fest und ziehen das Schiff automatisch an die Kaimauer. Mit der MoorMaster™-Technik ist es auch möglich, Schiffe festzumachen, die wesentlich länger als die Kaimauer sind. An jeder Vakuumsauger-Einheit ist eine Versorgungsstation installiert, in der die Elektronik, die Hydraulikpumpe und die Mink Klauen-Vakuumpumpe untergebracht sind. Die Elektronik erkennt automatisch die Bewegung des Schiffes durch Tide oder Wellen und gleicht diese mit dem ausgeklügelten Hydrauliksystem aus. Die Mink Klauen-Vakuumpumpe hat in diesem System die Aufgabe, beim Andocken des Saugers an der Bordwand sofort ein hohes Vakuum aufzubauen, so dass das Schiff fest mit dem Sauger verbunden wird, an die Kaimaurer gezogen werden kann und dort sicher gehalten wird. Ein Vakuumpuffer innerhalb der Versorgungsstation garantiert ein permanentes Reservevakuum, so dass selbst bei einem Ausfall einer Versorgungsstation die Verbindung Schiff/Vakuumsauger gewährleistet ist.


Fig.3: Mink Klauen-Vakuumpumpe von Busch

Bei den ersten Tests bei der Entwicklung der MoorMaster™-Systeme wurden ölgeschmierte Drehschieber-Vakuumpumpen eingesetzt, die sich allerdings nicht bewährten. Das mitangesaugte Seewasser vermischte sich mit dem Öl in den Vakuumpumpen, worauf diese an Leistung verloren. Diesem Nachteil konnte man nur mit entsprechend häufigen Ölwechseln begegnen. Cavotec hat sich dann schnell für Mink Klauen-Vakuumpumpen von Busch entschieden. Diese Vakuumerzeuger arbeiten vollkommen trocken. Das heißt, sie benötigen kein Öl oder anderes Betriebsmittel um Vakuum zu generieren. Eine spezielle Beschichtung im Inneren der Vakuumpumpe machen sie resistent gegen Seewasser. Durch dieses Prinzip sind Mink Klauen-Vakuumpumpen absolut zuverlässig und nahezu wartungsfrei. Für Cavotec ist dies das ausschlaggebende Argument dafür, Mink Vakuumpumpen von Busch einzusetzen. Denn die Sicherheit und Zuverlässigkeit der MoorMaster™-Anlagen hat oberste Priorität. Jede in Hafenanlagen auf der ganzen Welt aufgestellten MoorMaster™-Anlagen, ist über die Steuerung mit dem Internet verbunden und kann von Cavotec rund um die Uhr überwacht werden. So können eventuell auftretende Störungen rechtzeitig erkannt werden. Serviceteams von Cavotec übernehmen die regelmäßige Überprüfung und Wartung der Anlagen vor Ort. Cavotec ist mit 35 eigenen Firmen weltweit präsent. Seit MoorMaster™-Anlagen in Betrieb sind, ist es allerdings noch nie zu einer Störung oder gar Ausfall einer Mink Vakuumpumpe gekommen. Aber selbst für einen solchen Fall ist Vorsorge getroffen. Busch ist mit 59 eigenen Gesellschaften weltweit vertreten und hat ein dichtes globales Servicenetz, so dass im Notfall überall auf der Welt ein Servicetechniker schnell vor Ort wäre.

Fig.4: Funktionsprinzip einer Mink Klauen-Vakuumpumpe


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